Künstliche Intelligenz erkennt Studienabbrecher

Fast ein Drittel der deutschen Studierenden bricht ihr Studium frühzeitig ab. Von Glück kann reden, wer schnell merkt, dass er die falsche Wahl getroffen hat und sich neu orientiert. Der größte Teil trifft schnell eine Entscheidung, doch viele Studenten quälen sich jahrelang und verlassen erst dann die Universität. Ein Algorithmus, den Forscher aus Karlsruhe entwickelt haben, soll anhand der Noten schon früh feststellen, ob jemand in Zukunft sein Studium abbrechen wird.

Studenten haben es nicht immer leicht: Viel zu viel Lernstoff, ständig knapp bei Kasse und der große Druck in der Prüfungszeit – nicht jeder kann gut damit umgehen. Wenn dann noch Unsicherheit bezüglich der Fächerwahl hinzukommt, entscheiden sich laut des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung 28 Prozent der deutschen Studenten dafür, ihr Studium abzubrechen. Immerhin zwölf Prozent der Abbrecher haben bereits elf Fachsemester hinter sich gebracht.

Forscher des Karlsruher Institute of Technology (KIT) haben nun einen Algorithmus entwickelt, mit dem schon nach dem ersten Semester vorausgesagt werden können soll, ob das Studium abgebrochen wird, oder nicht. Grundlage der Berechnung sind keine speziellen Daten, sondern die Prüfungsleistungen des Studenten. Die Trefferquote ist hoch: Mit bis zu 85 Prozent Wahrscheinlichkeit kann schon nach einem Semester vorhergesagt werden, ob der Student seine Universitätsausbildung abbricht.

Wer sich bereits nach kurzer Zeit gegen das angefangene Studium entscheidet, kann sehr einfach eine neue Richtung einschlagen. Doch nach einem Abbruch in höheren Semestern wird es schwierig. Der Algorithmus soll deshalb jenen helfen, die sich erst spät dazu entscheiden und viel Zeit verschwenden. Studenten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit ihr Studium abbrechen werden, könnten mit dem Programm frühzeitig erkannt und angesprochen werden, um ihnen zu helfen.

Quelle: F.A.Z.

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