Sieben Tipps gegen Prüfungsangst

prüfungsangstEinen flauen Magen vor einer wichtigen Prüfung zu haben, ist ganz normal. Wer jedoch unter richtiger Prüfungsangst leidet, ist nicht einfach nur nervös. Wenn das Herz rast, der Magen sich umdreht und der kalte Schweiß den Rücken herunter rinnt, haben Menschen mit Prüfungsangst nicht selten das Gefühl, dass gar nichts mehr geht. Kein Wunder – all die Körperreaktionen sind typisch für den Fluchtinstinkt.

Aber es hilft ja nichts, Prüfungssituationen lassen sich nicht vermeiden und begleiten uns durchs Leben. Die gute Nachricht: Man kann aktiv etwas dagegen tun. Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, um den nächsten Prüfungen ein bisschen gelassener entgegen zu sehen.

 

1. Richtig Lernen lernen

Auch Lernen will gelernt sein. Viele Unis und FHs bieten Kurse an, in denen die Studenten das Lernen lernen können. Gerade für Menschen, die unter Prüfungsangst leiden, ist Struktur wichtig. Wer alles auf den letzten Drücker lernt, hat berechtigterweise Angst, die Prüfung nicht zu schaffen.

Viel besser: Einen Lernplan mit den jeweiligen (realistischen!) Lernzielen erstellen, um für die Prüfungen gut vorbereitet zu sein. Nicht einfach nur die Skripte lesen, sondern alles – am besten handschriftlich – zusammenfassen. Wer die Informationen selbst aufschreibt, behält sie viel besser im Kopf.

 

2. Pausen gönnen

Stundenlang durcharbeiten, weil man denkt den Stoff sonst nicht zu schaffen? Keine gute Idee. Unser Gehirn kann sich nicht endlos konzentrieren, genau wie ein Muskel nicht ewig beansprucht werden kann. Lernen ist unheimlich anstrengend, deshalb sollte man sich regelmäßige Pausen unbedingt gönnen.

Wer sich nach dem BRAC-Prinzip (Basic Rest Activity Cycle) richtet, macht sicher nichts falsch. Das BRAC-Prinzip besagt, dass man nach spätestens 90 Minuten eine Viertelstunde Pause machen sollte. Nach höchstens drei Einheiten, insgesamt also rund vier Stunden, sollte eine einstündige Pause eingelegt werden.

 

3. Gesunde Lebensweise

Auch unsere Lebensweise beeinflusst, wie gut wir uns konzentrieren, Stress aushalten und lernen können. Es heißt nicht umsonst, in einem gesunden Körper wohne ein gesunder Geist. Gesunde Ernährung, also viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukte und auch Nüsse, sorgen für einen stabilen Blutzuckerspiegel und starke Nerven.

Auch Sport oder einfach nur Spazierengehen als Ausgleich zur „verkopften“ Arbeit am Schreibtisch sind förderlich. Es hilft dabei, wieder ruhiger zu werden und macht den Kopf frei. Nur so kann man das Gelernte sacken lassen und verarbeiten.

 

4. Entspannungsübungen

Für den Anfang hilft es schon, positiv zu denken. Wer sich vorstellt, wie der Druck nach der Prüfung abfällt und sie besteht, geht ganz anders in die Prüfungssituation wie jemand, der ein Blackout befürchtet und denkt, er schafft die Prüfung sowieso nicht. Wer sich das einfach nicht vorstellen kann, sollte es mit Entspannungsübungen probieren.

Die Auswahl ist groß: Autogenes Training, Meditation, Yoga oder Qigong – Kurse werden in Studios, bei der VHS oder sogar über die Hochschule selbst angeboten und oft von der Krankenkasse bezahlt. Vielleicht kann der Kurs sogar als Wahlpflichtfach belegt werden? So tut man nicht nur etwas für seinen Körper und gegen die Prüfungsangst, sondern auch für den Abschluss.

Eine kleine Auswahl an Entspannungsübungen, die du direkt am Schreibtisch machen kannst, findest du hier.

 

5. Den Ernstfall proben

Wenn die Prüfungssituation vertraut ist, fühlen sich viele schon ein bisschen besser. Das heißt jetzt nicht unbedingt, dass es besser klappt wenn man sie zwei oder drei Mal schreibt. Man kann die Situation ganz einfach zu Hause proben. Das klingt vielleicht seltsam, hilft aber trotzdem.

Also: Altklausuren besorgen, Wecker stellen und los geht’s. Nicht schummeln und zwischendrin in die Unterlagen gucken, das kann man während der Prüfung ja auch nicht. Wenn es nicht so gut geklappt hat, versucht man es einfach wieder und wieder, bis man sich sicher fühlt.

 

6. Ehrlich sein

Es ist soweit: Die mündliche Prüfung steht bevor. Die Beine zittern, der Mund ist trocken – was habe ich die letzten Tage eigentlich gelernt? Alles weg! Wer sich jetzt vor die Prüfer stellt und nur vor sich hin stammelt statt souverän die Fragen zu beantworten, sollte einfach offen mit seiner Angst umgehen.

Es hilft, den Prüfern zu erklären, dass man sehr unter Prüfungsangst leidet und aufgeregt ist. Das ist tatsächlich ein Handicap, für das man nichts kann und das man sich auch nicht ausgesucht hat. Tief durchatmen, kurz sortieren und starten. Und wenn nichts mehr geht um eine kleine Pause bitten.

 

7. Prioritäten setzen

In schriftlichen Prüfungen heißt es Prioritäten setzen. Wenn der Fragebogen umgedreht wird, nicht gleich an der ersten Frage verzweifeln. Einfach alles durchsehen und ganz strategisch denken: Was kann ich am besten? Bei welcher Frage weiß ich viel? Und dann genau damit loslegen.

Wenn die „leichten“ Fragen abgearbeitet sind, geht der Rest sicher schon viel besser von der Hand. Und immer vor Augen halten: Im besten Fall hat man bestanden, im schlimmsten Fall fällt man eben durch und probiert es noch einmal. Das ist kein Weltuntergang!

 

 

Bild: © Elnur – shutterstock.com

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