Bewerbung nach dem Studium: So füllst du deinen Lebenslauf sinnvoll

Die letzte Hausarbeit ist abgegeben, das letzte Referat gehalten und die Abschlussarbeit beendet – oder kurz: Das echte Leben nach dem Studium beginnt. Für viele Studierende ist es der erste echte Schritt hinaus in die weite Welt des regulären Arbeitsmarktes. Wenn es dann um die erste Bewerbung nach dem Studium geht, steht man oft vor einem großen Rätsel: Was gehört alles in den Lebenslauf? Was ist wichtig? Und worauf solltest du lieber verzichten, wenn man sich bei seinem potenziellen Traumjob vorstellen möchte?

 

Was gehört in den Lebenslauf?

Die Bewerbung besteht in der Regel aus einem Bewerbungsschreiben sowie dem Lebenslauf. Der Lebenslauf ist dabei das wichtigste Dokument der gesamten Bewerbung, schließlich entscheiden Personaler innerhalb weniger Sekunden mit Blick auf eben diesen, ob der Bewerber eine Chance bekommt oder nicht! Doch was darf in keinem Lebenslauf fehlen?

In den letzten Jahren sind die Kategorie im Lebenslauf deutlich zusammengeschrumpft: Während in den persönlichen Daten früher noch der Beruf der Eltern oder auch der Familienstand zwingend erforderlich war, sind diese Daten heute nicht mehr gefragt. Auch die Angabe der Nationalität oder des Geburtsortes sind optional. Wichtig sind aber natürlich weiterhin die Kontaktdaten sowie Angaben zur Bildung, Ausbildung sowie den bisherigen Tätigkeiten: Dabei ist es zwingend notwendig, nicht nur die Positionen (mit Angabe der genauen Zeiträume und Orte) zu nennen, sondern bei deinen bisherigen Jobs und Stellen auch zu beschreiben, was genau du dort gemacht hast.

Ein Beispiel: Wenn du als Praktikant in einer Werbeagentur gearbeitet hast, sagt die bloße Nennung des Praktikums nichts darüber aus, welche Erfahrungen du mitbringst. Schließlich können die Inhalte extrem voneinander abweichen. Von Kaffee kochen bis hin zur Planung einer eigenen Kampagne kann alles dabei sein. Der Leser möchte wissen, was du mitbringst. Nennst du keine Tätigkeiten, kann er dies nicht wissen. Viele sagen dann: „Ach, das steht doch in meinen Zeugnissen. Die kann der Personaler ja lesen.“ Doch das ist ein großer Fehler: Recruiter gehen den Weg des geringsten Widerstandes. Sie entscheiden in bis zu 6 Sekunden, ob sie dich als Bewerber weiter betrachten oder nicht. Wenn es Bewerber mit perfekten und schnell zugänglichen Unterlagen gibt, bekommen die den Vorzug. Vergiss also niemals die Tätigkeitsbeschreibungen in deinem Lebenslauf!

Ähnlich verhält es sich Angaben zu deinem Studium: Es ist nicht nötig, dass du deine Abschlussnote nennst, wenn du das nicht möchtest. Aber Schwerpunkte oder das Thema der Abschlussarbeit kommen, wenn ein Zusammenhang zur Stelle besteht, immer gut an.

Der Klassiker zum Abschluss des Lebenslaufs sind IT-Skills und Sprachkenntnisse. Dabei ist es wichtig, dass man nicht nur die Programme oder Sprachen nennt, sondern auch den jeweiligen Kenntnisstand selbst einschätzt. Bei den Kenntnissen von Computerprogrammen kann man mit einer Skala wie Grundkenntnisse, gut, sehr gut arbeiten. Bei den Sprachen kommen noch fließend und verhandlungssicher hinzu. Und nicht vergessen: Auch wenn Deutsch deine Muttersprache ist, musst du sie erwähnen.

 

Lebenslauf zu leer?

Gerade wenn man frisch von der Uni kommt, ist der Lebenslauf nicht immer besonders voll. Das ist aber auch gar nicht schlimm. Natürlich ist es gut, wenn man praktische Erfahrungen wie Praktika oder Nebenjobs vorzuweisen hat. Allerdings kann man auch, wenn man sich vor allem auf das Studium konzentriert hat, mit Inhalten punkten.

Zusätzlich können gesellschaftliches oder politische Engagement (auch in der Hochschulpolitik) im Lebenslauf erwähnt werden. Diese Erfahrungen sind wertvoll und werden oftmals wohlwollend berücksichtigt.

Aber Achtung: Lügen gehen im Lebenslauf überhaupt nicht! Wer die Unwahrheit sagt, kann später unter Umständen fristlos entlassen werden. Dieses Risiko solltest du auf keinen Fall eingehen. Bleibe bei der Wahrheit und bestich lieber mit deinen Kenntnissen und Skills.

 

Das muss nicht in den Lebenslauf

Neben den bereits oben erwähnten Punkten wie der Beruf der Eltern oder Geschwister, der Familienstand oder die Anzahl der Kinder, gehört auch die Grundschule nicht in den Lebenslauf. Der Personaler geht davon aus, dass du die Grundschule gemeistert hast. Wenn du sie trotzdem erwähnst, ist das nur unnütze Platzverschwendung.

Ein Punkt im Lebenslauf, der aber auch die Fachkreise spaltet, sind die Hobbys. Eins ist aber absolut sicher: Wer dort Lesen, Reisen, Sport angibt, kann die persönlichen Interessen auch direkt weglassen. Alle Punkte im Lebenslauf sollen dem Leser einen Mehrwert bieten. Die Hobbys dienen dazu, deine Persönlichkeit genauer einschätzen zu können. Wenn du also zeigen willst, dass du sportlich bist, Teamgeist und Ausdauer hast, dann nenne ruhig deinen Mannschaftssport, dem du nachgehst. Du kannst beispielsweise deine Position, den Teamnamen oder die Liga erwähnen. Wenn du gerne reist, solltest du genauer werden. Wohin bist du zuletzt gereist? Machst du eher Strandurlaub oder vielleicht Backpacking? Kurz: Alles, was dich von der Masse abhebt, aber keine negativen Assoziationen weckt, kannst du unter Hobbys nennen. Musst es aber nicht! Wenn du dir unsicher bist, lass es lieber weg.

 

Zum Abschluss

Bevor der Lebenslauf mit der Bewerbung rausgeschickt wird, solltest du eins aber nochmal checken: Hast du ihn unterschrieben? Mit der Unterschrift versicherst du, dass die Angaben im Lebenslauf der Wahrheit entsprechen. Viele Unternehmen nehmen dies sehr ernst und akzeptieren keine Lebensläufe ohne Unterschrift. Lass also deine Bewerbung nicht an sowas scheitern!

 

Über den Autor:

Christian Scherer ist studierter Sozialwissenschaftler (Medien- und Kommunikationswissenschaft, Soziologie und Politikwissenschaften) und als Marketing Manager bei richtiggutbewerben.de tätig. Das Online-StartUp bietet Kunden an, die Erstellung individueller Bewerbungsunterlagen wie Bewerbungsschreiben und Lebensläufe auf den Bewerber und die Traumstelle zugeschnitten zu übernehmen. Scherer ist Experte für Online-Bewerbungsverfahren, Digitalisierung und Soziale Medien.

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