Studium, nein danke? Die besten Gründe, nicht zu studieren

Es ist der Traum vieler Eltern und während der Schulzeit bekommt man es auch ständig zu hören: Es geht nichts über Studieren. Doch wie so oft gilt, dass man sich einfach seine eigene Meinung bilden sollte. Natürlich kann man einige Berufsziele wie Arzt oder Anwalt nur erreichen, wenn man eben Medizin oder Jura studiert. Für alle anderen gibt es jedoch auch gute Gründe, die Universität auf dem Lebensweg links liegen zu lassen.

 

Das liebe Geld

Studieren kostet viel Geld, auch wenn vielerorts die Studiengebühren abgeschafft wurden. Es ist natürlich schön, wenn man Eltern hat, die einen unterstützen. Alle anderen müssen entweder durch Studienkredit oder BAFöG Schulden machen oder nebenbei viel arbeiten. Das lockere Studentenleben, von dem man so oft hört, rückt durch die Mischung aus Nebenjobs, Vorlesungen, Gruppenarbeit und Hausarbeiten schnell in weite Ferne.

 

Wohnen

Frisch aus der Schule klingt „Studentenwohnheim“ nach Abenteuer, tausend neuen Freunden, lustigen Partys und endlich selbstständig sein. Ist man erstmal in seine Schuhschachtel eingezogen, sieht es schnell anders aus. Der Tages- und Nachtrhythmus der Nachbarn passt so gar nicht zum eigenen, jeden Tag Nudeln mit Pesto schmeckt irgendwann nicht mehr, Bilder aufhängen ist verboten und ständig klopft jemand vom Gemeinschaftsbalkon aus an die Scheibe.

In vielen WGs sieht es oft nicht anders aus. Irgendjemand bedient sich ständig an deinem Kühlschrankfach, deine Mitbewohner scheinen statt selbst den Lappen in die Hand zu nehmen lieber auf die imaginäre Putzfrau zu warten und Streit ist an der Tagesordnung. Kein Wunder, dass man sich früher oder später nach einer eigenen Wohnung sehnt, die in vielen Städten jedoch unbezahlbar ist oder nicht an Studenten vergeben wird.

 

Lernen

Niemand bestreitet, dass man auch in einer Ausbildung viel lernen muss. Da man in der Regel allerdings gleichzeitig arbeitet, weiß man wenigstens, was man mit dem Gelernten anzufangen hat. Im Studium sieht das meistens ganz anders aus. In jeder Vorlesung und spätestens in der Prüfungsphase fragt man sich regelmäßig, wofür man dieses Wissen bitte nach dem Studium braucht. Spätestens im Praxissemester kann man sicher sein, dass man das wirklich Wichtige erst nach dem Studium im Job lernt.

 

Jobaussichten

Früher mag man durch ein Studium seine Chancen auf einen Job vergrößert haben, inzwischen sieht die Sache ganz anders aus. Es ist definitiv keine Seltenheit, dass Absolventen erst einmal arbeitslos sind. In vielen Bereichen ist der Markt übersättigt, dem Bewerber fehlt spezielles Fachwissen oder er hängt in der Praktikums- und Volontariatsschleife fest. Die Studienfächer werden immer spezieller, doch oft sind die Jobs schon besetzt bevor man seinen Abschluss gemacht hat. So landet eine Umwelttechnik-Absolventin nach eineinhalb Jahren Jobsuche im Callcenter und die Lehrerin mit der Fächerkombi Deutsch und Englisch am Gymnasium wird in der Mittagsbetreuung eingesetzt, weil es keinen Bedarf für sie gibt.

Wie bereits erwähnt gibt es auf jeden Fall Berufe, für die man studieren muss. Wenn du aber die Möglichkeit hast, deinen Traumberuf auch anders zu erreichen und nur studieren würdest, weil es andere von dir erwarten, solltest du dir das alles noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Viele Wege führen nach Rom und studieren kannst du – wenn du es dir anders überlegst – später immer noch. Die Hauptsache ist, dass du mit deiner Entscheidung glücklich bist.

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